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GlassHotel

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Glasarchitektur im Hotelbau: vom Wintergarten zur tragenden Hülle

Glas ist im Hotelbau vom Zierrat zur Hülle geworden. Der Unterschied zwischen guter Glasarchitektur und viel Scheibe liegt selten in der Fläche.

Glas ist im Hotelbau lange ein Anbau gewesen: Wintergarten, Frühstücksveranda, überdachter Innenhof. Es war der Raum, in dem man sass, wenn das Wetter nicht mitspielte. Erst mit Mehrscheibenaufbauten, Beschichtungen und besserer Randverbundtechnik wurde die große Scheibe im Schlafzimmer bauphysikalisch vertretbar - und damit die tragende Idee ganzer Häuser.

Drei Haltungen zum Glas

Die Rahmung. Das Haus benutzt Glas wie einen Bildausschnitt. Nicht die größte mögliche Fläche, sondern die richtige. Ein einzelnes, präzise gesetztes Fenster auf ein Bergmassiv wirkt stärker als eine Rundumverglasung, die auch den Parkplatz zeigt.

Die Auflösung. Die Hülle soll möglichst verschwinden, das Gebäude sich in die Landschaft zurücknehmen. Das Arctic TreeHouse Hotel in Rovaniemi, 2016 von Studio Puisto Architects entworfen, arbeitet so: die Suiten stehen auf schlanken Stützen über dem Waldboden, mit raumhoher Verglasung zum Kiefernwald hin und geschlossenen, schindelverkleideten Rücken. Die Einheiten stehen im Wald, statt ihn zu überbauen.

Die Geste. Glas als Zeichen: Atrien, gläserne Aufzüge, durchgehende Fassaden in der Stadt. Hier geht es weniger um den Blick hinaus als um die Wirkung des Hauses selbst.

Alle drei Haltungen sind legitim. Sie führen nur zu völlig verschiedenen Aufenthalten, und die Fotos in der Buchungsstrecke unterscheiden sie kaum.

Woran sich Qualität erkennen lässt

  • Was zeigt der Rahmen? Man betrachte ein Zimmerfoto und frage sich, was links und rechts außerhalb des Bildes liegt. Wo Häuser das konsequent verschweigen, lohnt der Blick in die Kartenansicht.
  • Wie ist der Übergang nach draußen gelöst? Eine Schwelle, eine Terrasse, ein Absatz - oder endet die Scheibe direkt am Abgrund? Das entscheidet, ob der Raum nutzbar wird oder nur schön aussieht.
  • Was passiert nachts? Ein voll verglaster Raum wird nach Einbruch der Dunkelheit zum Spiegel. Gute Häuser planen die Beleuchtung darauf hin, mit indirektem, tiefem Licht statt Deckenstrahlern.
  • Wie geht das Haus mit der Wartung um? Große Scheiben in exponierter Lage müssen erreichbar sein. Wo das nicht mitgedacht wurde, sieht man es an den Scheiben.

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Häufige Fragen

Was macht Glasarchitektur gut, wenn nicht die Fläche?

Der Bezug zwischen innen und außen. Eine Scheibe, die auf eine Brandwand zeigt, ist groß, aber sinnlos. Gute Glasarchitektur rahmt bewusst: sie zeigt etwas Bestimmtes und blendet anderes aus. Das lässt sich auf Fotos erkennen, wenn man darauf achtet, was außerhalb des Rahmens liegt.

Sind Glashotels eine neue Erscheinung?

Nein. Großflächige Verglasung im Gastgewerbe reicht über Wintergärten und Kurhausarchitektur weit zurück. Neu ist, dass Glas heute die tragende Gestaltungsidee sein kann statt eines Anbaus - möglich geworden durch Mehrscheibenaufbauten, die den Wärmeverlust in den Griff bekommen.

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